#10 - Alleinbleib- Training für Welpen
- Agathe Mayerhofer

- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Warum wir klassische Tipps überdenken müssen – und wie es wirklich funktioniert
ies den Beitrag oder höre ihn dir als Podcast beim Gassigehen an. Während der Blog dir einen schnellen Überblick verschafft, gehen wir im Podcast noch mehr ins Detail.
Das Alleinebleiben ist ein essenzieller Teil im Welpentraining – für mich persönlich sogar viel wichtiger, als dass ein Welpe früh Sitz lernt oder eine perfekte Leinenführigkeit beherrscht. Letzteres können wir alles später üben. Den Grundstock für ein gutes Alleinebleiben müssen wir jedoch in der Welpenzeit legen.

Entspanntes Alleinebleiben ist nicht selbstverständlich
Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass ein Welpe einfach alleine bleiben kann. Hunde sind von Natur aus sehr soziale Wesen, und eine Trennung von den Bindungspartnern ist erst einmal unnatürlich.
Beim Welpen kommt hinzu, dass er gerade frisch von seiner Mutter, seinen Geschwistern und seinem gewohnten Zuhause getrennt wurde. Genau in dieser Phase – typischerweise zwischen der 8. und 12. Woche – machen Hunde zudem eine natürliche Angstphase durch. Wenn der Welpe gerade frisch eingezogen ist, haben wir also biologisch gesehen erst einmal keine guten Bedingungen, um ihn direkt alleine zu lassen. Welpen sind Hundekinder, und die lassen wir nicht einfach schutzlos zurück. Sie brauchen in dieser ersten Zeit unbedingt eine durchgehende Betreuung.
Der Trainingsaufbau: Schritt für Schritt zu einer soliden Basis
Trotzdem beginne ich mit dem Training bereits wenige Tage nach dem Einzug. Dabei kommt es aber ganz entscheidend auf das Wie und auf die richtige Basis an.
1. Die Wohlfühl-Ankommphase (Woche 1 & 2)
In den ersten ein bis zwei Wochen steht das Ankommen und eine Wohlfühlatmosphäre im Vordergrund. In dieser Zeit darf der Welpe dir überall hin folgen – selbst mit aufs Klo. Es geht darum, Bindung und Vertrauen aufzubauen. Auch nachts muss in dieser Phase jemand beim Welpen schlafen. Ganz wichtig: Geh niemals heimlich weg, während dein Welpe schläft.
2. Der erste kleine Test innerhalb der Wohnung
Nach ein bis zwei Wochen kannst du einen kurzen Test machen, wenn der Welpe ruht (aber nicht schläft), damit er deine Bewegung mitbekommt. Geh alleine auf die Toilette und mach die Tür zu. Hier zeigt sich, wie dein Welpe tickt:
Kategorie 1 (Gelassener Typ): Er schaut vielleicht kurz auf, bleibt aber liegen und vertraut darauf, dass du wiederkommst.
Kategorie 2 (Gestresster Typ): Er läuft hinterher, kratzt, fiept, jault oder wartet gestresst vor der Tür. Dieser Typ Hund wird schnell nervös und braucht ein besonders kleinschrittiges, individuell angepasstes Training.
3. Das Training innerhalb des Hauses aufbauen
Das Alleinebleibtraining beginnt grundsätzlich immer innerhalb der Wohnung. Das erste große Zwischenziel ist, dass der Welpe lernt, geschlossene Türen auszuhalten und dir nicht mehr ständig hinterherzulaufen.
Werde dafür im Alltag sehr aktiv: Steh im Wohnzimmer oft auf, wechsle die Räume, sei ruhig etwas "vergesslich". Am Anfang bist du nur 5 Sekunden weg, dann 10, dann 15 Sekunden. Wenn du zehnmal aufstehst und der Welpe irgendwann einfach entspannt liegen bleibt, weil es ihm zu langweilig wird, hinterherzulaufen, hast du die perfekte Basis. Erst wenn das über mehrere Minuten und auch mit geschlossener Tür drinnen klappt, gehen wir an die Haustür.
Der Schritt vor die Haustür und der weitere Aufbau
Ich halte nichts von dem klassischen Tipp, direkt für eine Minute zum Briefkasten zu gehen. Wichtiger ist es, drinnen erst einmal eine solide Dauer von 5 bis 10 Minuten (z. B. im Badezimmer bei geschlossener Tür) aufzubauen.
Erst danach wechseln wir nach draußen. Nutze auch hier kurze Alltagssituationen für viele kleine Wiederholungen: Geh zum Auto, räum es auf, putz eine Scheibe und komm wieder rein.
Wichtig!
Nutze ab diesem Zeitpunkt unbedingt eine Kamera zur Überwachung, um die Entspannung deines Welpen zu prüfen.
Mein Fazit und deine Unterstützung
Plane dir fest dreimal am Tag eine kleine Übungseinheit ein und dokumentiere deine Fortschritte in einem Wochenplan. Variiere die Zeiten (mal 3 Minuten, mal 1 Minute, mal 5 Minuten), statt die Dauer nur linear zu steigern.
Sollte dein Welpe zur Kategorie 2 gehören und extreme Probleme mit geschlossenen Türen oder der Orientierung ohne dich haben, rate ich dir dringend von blindem Herumprobieren ab. Tipps wie "einfach aussitzen" oder "heimlich wegschleichen" verschlimmern das Problem oft nur. Such dir in diesem Fall lieber frühzeitig professionelle Unterstützung für einen maßgeschneiderten Trainingsplan.
Genau hier setzt mein 8-Wochen-Welpenfahrplan an. Ich begleite dich und deinen Welpen engmaschig bei allen wichtigen Themen – von der Ruhe und Entspannung über die Sozialisierung bis hin zum soliden Aufbau des Alleinebleibens.
Du kannst das Programm ganz flexibel wählen:
Vor-Ort-Variante bei mir in der Region Oberschwaben / Ravensburg
Online-Variante, bei der wir per Videoanalyse und Messenger im engen Austausch stehen
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