Dein Welpe möchte nicht spazieren gehen? - Warum das völlig normal ist
- Agathe Mayerhofer

- 8. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Jan.
Dein Welpe möchte nicht spazieren gehen und lieber am Haus bleiben? Er läuft hinter dir, bleibt stehen - doch kaum dreht ihr um, kann es ihm Richtung Haustür nicht schnell genug gehen?

Zuerst einmal: Keine Sorge, das ist kein Fehlverhalten. Aus biologischer Sicht ist dieses Verhalten sogar absolut sinnvoll. In der Natur würden junge Caniden niemals freiwillig ihre schützende Wurfhöhle verlassen – das wäre viel zu gefährlich. Erst mit zunehmendem Alter wächst der Erkundungsdrang und der Radius um den „sicheren Hafen“ vergrößert sich.
Spaziergänge sind eine rein menschliche Erfindung. Dein Welpe muss erst lernen, dass die Welt außerhalb des Gartens sicher ist.
Was tun, wenn der Welpe streikt?
Es ist wichtig, deinem Hund die Zeit zu geben, die er braucht. Auch wenn wir uns oft auf die gemeinsamen Runden freuen: Welpen brauchen diese Art der körperlichen Auslastung noch nicht.
Kein Zwang: Ihn mitzuschleifen schadet mehr, als es nützt. Angst und Stress führen dazu, dass neue Reize (wie Autos oder Radfahrer) negativ verknüpft werden.
Sicherheit geht vor: Bleib in der gewohnten Umgebung oder im Garten. Sozialisierung findet auch dort statt, wenn dein Welpe entspannt beobachten kann, was in der Nachbarschaft passiert.
Perspektivwechsel: Wenn dein Welpe es zulässt, kannst du ihn in einer Hundetasche oder auf dem Arm mitnehmen. So kann er die Welt „von oben“ kennenlernen, ohne sich unsicher auf eigenen Beinen fühlen zu müssen.
Verpassen wir so nicht die wichtige Sozialisierung?
Die Angst, etwas zu verpassen, ist groß, da sich hartnäckig das Gerücht hält, ein Welpe müsse bis zur 12. Woche „alles“ gesehen haben. Das stimmt so nicht.
Sozialisierung ist kein starres Zeitfenster, das sich plötzlich schließt. Es ist lediglich eine Phase, in der Hunde besonders schnell lernen. Viel wichtiger als die Menge der Reize ist die Qualität der Erfahrungen. Eine entspannte Viertelstunde im Garten ist wertvoller als ein stressiger Marsch durch die Stadt.
Fazit: Hab Geduld. Gib deinem Hund die Sicherheit, die er braucht. Wenn das Vertrauen in dich und die Umwelt wächst, kommt die Abenteuerlust ganz von allein.

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